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Semesterticket


12. Mai 2016: Semesterticket geht ins zweite Jahr

Fast 25 Jahre lang wurde darum gerungen, ehe das Semesterticket für die Hochschulregion Nürnberg/Fürth/Erlangen im Herbst vergangenen Jahres eingeführt wurde und nach Einschätzung aller Beteiligten einen ordentlichen Start hinlegen konnte. Das Semesterticket beruht auf einer vertraglichen Vereinbarung zwischen dem Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) und dem Studentenwerk Erlangen-Nürnberg, das die verpflichtenden Beiträge der Studierenden erhebt.

Nun haben Studentenwerk und VGN einen neuen Vertrag abgeschlossen, der die Fortführung des Tickets ab dem kommenden Wintersemester für ein weiteres Jahr sichert. Dazu der Geschäftsführer des Studentenwerks Erlangen-Nürnberg, Otto de Ponte: „Wir freuen uns, dass wir uns mit dem VGN einigen konnten und das Semesterticket über die einjährige Pilotphase hinaus fortgesetzt wird.“

„Denn es gilt“, so de Ponte, „die Zukunft des Tickets zu sichern. Dieses zarte Pflänzchen soll wachsen und gedeihen! Deshalb danken wir allen beteiligten Partnern, die die Vertragsverlängerung ermöglicht haben – insbesondere den örtlichen Kommunen, die sich bereitfanden, das Ticket für ein weiteres Jahr finanziell abzusichern.“

Der Studentenwerks-Geschäftsführer weiter: „Unverändert tritt das Studentenwerk entschieden für das Semesterticket ein. Es ist ein bedeutender Beitrag zur studentischen Mobilität in der Region und trägt der räumlichen Verteilung der Standorte der Hochschulen Rechnung, die zukünftig voraussichtlich sogar noch stärker ausgeprägt sein wird. Hinzu kommt, dass gerade Erlangen mit seinen rund 30.000 Studierenden beim studentischen Wohnen einen echten Brennpunkt bildet. Hier erleichtert das Semesterticket ein Ausweichen ins Umland, sei es nach Nürnberg/Fürth oder in Richtung Forchheim/Bamberg, denn es sichert volle Mobilität zum günstigen Preis.“

Gemäß dem nun unterzeichneten neuen Jahresvertrag beträgt der Solidarbeitrag im Wintersemester 2016/17 70 Euro, im Sommersemester 71 Euro. Der Zusatzfahrschein kostet im Winter zunächst – wie im aktuellen Sommersemester – unverändert weiter 199 Euro, im Sommer 2017 dann 204,20 Euro.

Bereits seit dem Start zum Wintersemester 2015/16 nehmen die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, die Technische Hochschule Nürnberg und die Evangelische Hochschule Nürnberg am Semesterticket teil, mit Beginn des Sommersemesters 2016 kam noch die Hochschule für Musik in Nürnberg hinzu. An diesen vier Hochschulen sind insgesamt rund 55.000 Studierende eingeschrieben. Die Studierenden aller beteiligten Hochschulen haben sich in Urabstimmungen für das Semesterticket ausgesprochen – anders als an der Nürnberger Akademie der Bildenden Künste, deren Studierende sich Ende letzten Jahres als einzige gegen das Ticket entschieden haben.



März 2016: Fortsetzung des Semestertickets

Gegenwärtig laufen intensive Bemühungen um eine Fortsetzung des Semestertickets über die einjährige Pilotphase hinaus. Am 2. März 2016 fand ein Treffen mit dem VGN statt, bei dem auch die Studierenden und Verwaltungen aller am Semesterticket beteiligten Hochschulen vertreten waren. Dabei wurde bekannt, dass der Preis für das Basisticket im Winter 2016/17 und im Sommer 2017 im Bereich zwischen 70 und 71 Euro liegen wird, der Preis für das Zusatzticket soll im kommenden Winter weiter 199 Euro betragen, im Sommer 2017 voraussichtlich 204,20 Euro. Die endgültigen Preise wird der VGN gemäß Semesterticket-Rahmenvertrag bis spätestens 1. Mai bekannt geben. Der Preis des Zusatztickets kann auch noch durch die Zukaufquote im Sommer beeinflusst werden. Die Kommunen haben ihre Unterstützung des Semestertickets für ein weiteres Jahr in Aussicht gestellt.



14. Dezember 2015: Studierende der AdBK entscheiden sich gegen Teilnahme am Semesterticket

Mit der Friedrich-Alexander-Universität, der TH Nürnberg, der Evangelischen Hochschule Nürnberg und ab dem Sommer 2016 auch der Nürnberger Hochschule für Musik sind inzwischen vier der fünf in Frage kommenden Hochschulen mit zusammen aktuell rund 55.000 Studierenden auf den Semesterticket-Zug aufgesprungen. Am 2. Dezember 2015 fand nun auch an der Akademie der Bildenden Künste (AdBK) in Nürnberg eine Urabstimmung unter deren 345 Studierenden statt, die sich allerdings gegen eine Teilnahme am Semesterticket entschieden (32,3 % Ja- und 67,7 % Nein-Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 57,39 %).



19. November 2015: Studierende der Nürnberger Hochschule für Musik stimmen für Teilnahme am Semesterticket

Vom 11. bis 18. November 2015 fand an der Nürnberger Hochschule für Musik (HfM) eine Online-Urabstimmung über eine Teilnahme am Semesterticket für die Hochschulregion Nürnberg/Fürth/Erlangen statt. Dabei sprach sich eine deutliche Mehrheit für das Semesterticket aus: 131 Ja-Stimmen (entspricht 64,8514 %) standen 71 Nein-Stimmen (35,1485 %) gegenüber. Die Beteiligung lag bei 53,8666 % (das Beteiligungsquorum erforderte, dass mindestens ein Drittel der HfM-Studierenden an der Abstimmung teilnehmen). Angestrebt wird eine Teilnahme am Semesterticket ab dem Sommersemester 2016.



06. November 2015: Studierende der Nürnberger Hochschule für Musik stimmen über Teilnahme am Semesterticket ab

Vom 11. bis 18. November 2015 entscheiden die Studierenden der Hochschule für Musik (HfM) in Nürnberg im Rahmen einer Online-Urabstimmung darüber, ob sich ihre Hochschule ab dem Sommersemester 2016 ebenfalls am Semesterticket beteiligt. Wie auch bei den bisherigen Urabstimmungen an der Friedrich-Alexander-Universität, der Technischen Hochschule Nürnberg und der Evangelischen Hochschule Nürnberg gilt ein Beteiligungsquorum (ein Drittel der Studierenden der HfM muss sich an der Abstimmung beteiligen); wenn die Mehrheit der Abstimmungsteilnehmer/innen dafür stimmt, gilt die Einführung des Semestertickets für die HfM ab dem Sommer 2016 als beschlossen.



21. August 2015: Pressemitteilung des Studentenwerks Erlangen-Nürnberg – Semesterticket startet zum Wintersemester

Zum Wintersemester startet das Semesterticket für die Studierenden der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, der Technischen Hochschule Nürnberg und der Evangelischen Hochschule Nürnberg

Viele Jahre war die Hochschulregion Nürnberg-Fürth-Erlangen bundesweit eine der letzten ohne (zumindest teilweise) solidarisch finanziertes Semesterticket gewesen. Vor fast einem Jahr, Ende September 2014, hatte der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) dem Studentenwerk Erlangen-Nürnberg, das der Vertragspartner des Nahverkehrsanbieters für das Semesterticket ist, ein aktuelles Angebot für ein solches Ticket vorgelegt. „Darauf mussten wir lange warten“, erinnert sich Studentenwerks-Geschäftsführer Otto de Ponte, „und dieses erste Angebot hat bei uns wie bei Studierenden und Hochschulen zunächst wenig Begeisterung ausgelöst. Es folgten zähe Verhandlungen, in denen wir gemeinsam mit dem Studentischen Aktionsbündnis immerhin zwei Erfolge verzeichnen konnten. Zum einen entfiel die von VGN-Seite vorgesehene und nach unserer Einschätzung ebenso realitätsferne wie vermutlich rechtswidrige Altersgrenze von 26 Jahren; andererseits wurde erreicht, dass die Vereinbarung mit dem VGN im Falle einer Fortführung des Tickets ein Anreizmodell enthält.“

Im Januar 2015 hatten sich die Studierenden der Friedrich-Alexander-Universität und der der Technischen Hochschule Nürnberg in Urabstimmungen für eine Annahme des nachgebesserten Angebots ausgesprochen. Damit war der Weg frei für das Semesterticket.

„Inzwischen“, ergänzt de Ponte, „ist auch die Evangelische Hochschule Nürnberg mit auf den Semesterticket-Zug aufgesprungen. Auch die Studierenden der EVHN kommen schon ab dem Wintersemester in den Genuss des neuen Tickets und wir freuen uns besonders, dass das Ergebnis der Urabstimmung dort am deutlichsten pro Semesterticket ausgefallen ist!“ Bei der Online-Urabstimmung im Juni hatten die EVHN-Studierenden bei einer Beteiligung von 56,33 % mit einer Mehrheit von 70,44 % für das Ticket votiert (zum Vergleich: FAU 61,31 % Beteiligung, 50,73 % Ja-Stimmen; TH-Nürnberg 55,64 % Beteiligung, 58,2 % Ja-Stimmen).

Bereits im Vorfeld des Wintersemesters 2015/16 müssen die Studierenden dieser drei Hochschulen nun bei der Einschreibung bzw. Rückmeldung den Solidarbeitrag von 65 Euro für das Semesterticket entrichten.

Tickets online beim VGN erhältlich

Dafür bekommt man ein Sockelticket, das 6 Monate lang für das gesamte VGN-Verbundgebiet gilt, von Montag bis Freitag allerdings nur zwischen 19 Uhr abends und 6 Uhr morgens, an Wochenenden und Feiertagen hingegen ohne Ausschlusszeit. Ergänzend besteht die Möglichkeit, auf freiwilliger Basis zum Preis von 193 Euro ein Zusatzticket zu erwerben, das ebenfalls 6 Monate lang gilt und die Ausschlusszeit des Sockeltickets aufhebt. Damit sind Studierende dann ein halbes Jahr lang uneingeschränkt im VGN mobil.

An die Fahrscheine kommen Studierende über den Onlineshop des VGN, wo ab September sowohl das Sockel- wie auch das Basisticket zum Selberausdrucken oder als Handyticket erhältlich sind – für das Sockelticket muss dort natürlich nichts mehr bezahlt werden. Das Zusatzticket gibt es außerdem an Automaten von VAG, infra, ESTW und DB oder in Bussen des OVF (Fahrscheindrucker) zu kaufen. Weitere Informationen zu den Fahrscheinen finden sich unter: www.vgn.de/semesterticket.

Die Kaufquote beim Zusatzticket entscheidet über Fortbestand und zukünftigen Preis

Dem Verkaufserfolg des Zusatztickets kommt entscheidende Bedeutung zu. Die Kalkulation des aktuellen Ticketpreises beruht auf der Annahme, dass voraussichtlich 37,7 % der Studierenden neben dem verpflichtenden Basisticket auch die Zusatzkarte kaufen. Wird dieser Prozentsatz unterschritten, dann müssen die Kommunen einspringen und dem VGN eventuelle Mindereinnahmen ausgleichen. Sollten mehr als 37,7 % der Studierenden das Zusatzticket erwerben, dann käme hingegen das bereits angesprochene Anreizmodell zum Tragen.

„Wo die Reise hingeht“, so de Ponte, „wird sich wohl schon sehr bald zeigen. Ende Oktober, spätestens im November, wird man sehen, wie hoch die Kaufquote beim Zusatzticket im Wintersemester ungefähr ausfällt. Wir hoffen jedenfalls, dass das Zusatzticket mit einem Preis von 193 Euro attraktiv genug ist und das Semesterticket Bestand haben wird.“

Im schlimmsten Fall, wenn also die anvisierte Zukaufquote (die sich übrigens auf den Mittelwert der beiden Test-Semester Winter 2015/16 und Sommer 2016 bezieht) deutlich unterschritten werden sollte, erscheint eine Fortführung des Semestertickets über das erste Jahr hinaus äußerst fraglich. Wird die Quote nur leicht verfehlt, könnten die Kommunen sich möglicherweise bereitfinden, das Projekt weiter zu unterstützen. Dazu de Ponte: „Es läuft letztlich auf eine Abstimmung mit den Füßen hinaus: Die Studierenden entscheiden mit ihrem Kaufverhalten, wie es weitergeht.“

Sollte, im günstigsten Fall, die Zukaufquote deutlich überschritten werden, dann würde sich das ab dem Wintersemester 2016/17 beim Zusatzticket preismindernd auswirken – so besagt es der Rahmenvertrag zwischen Studentenwerk und VGN, der die Bedingungen für eine Fortführung des Semestertickets über das erste Jahr hinaus regelt. Otto de Ponte appelliert an die Studierenden von FAU, TH Nürnberg und EVHN: „Nutzen Sie diese Chance, um die Sie alle andern VGN-Fahrgäste beneiden und kaufen Sie sich das Zusatzticket! Sie können damit die zukünftige Preisentwicklung Ihres Tickets positiv beeinflussen.“

Im Rahmenvertrag ist darüber hinaus festgeschrieben, dass der VGN jedes Jahr bis zum 1. Mai über die die Ticketpreise für die beiden folgenden Semester informieren muss. Auf dieser Grundlage kann das Semestertickt dann ggf. mit neuen Einjahresverträgen fortgesetzt werden. Sollte diese Preiserhöhung sehr deutlich ausfallen, dann besteht an dieser Stelle noch die Möglichkeit, neue Urabstimmungen unter den betroffenen Studierenden zu initiieren, die dann darüber entscheiden können, ob sie das Semesterticket auch zu einem stark erhöhten Preis noch haben möchten. Auch hier hängt letztlich natürlich vieles von der Zukaufquote ab: fällt diese entsprechend gut aus, dann dürfte sich auch die Preisentwicklung erfreulich gestalten und neuerliche Abstimmungen könnten entfallen.
Wer genaueres wissen möchte, findet die Semesterticketverträge mit dem VGN (Einjahresvertrag und Rahmenvertrag) auf der Homepage des Studentenwerks veröffentlicht (www.werkswelt.de, unter „Projekte“ - „Semesterticket“).

Mit dem Erfolg dieses neuen Semestertickets sieht de Ponte noch eine andere Fragestellung verknüpft: „Sobald sich Erfolg und Zukunftsperspektive des Semestertickets für Nürnberg-Fürth-Erlangen abzeichnen – also vielleicht schon ab November – stellt sich die Frage nach einem Semesterticket für die rund 5.000 Studierenden an den westmittelfränkischen Hochschulstandorten. Ein solches dürfte inhaltlich und auch preislich allerdings etwas anders aussehen, falls es von den Betroffenen überhaupt gewünscht wird.“



04. August 2015: Studentenwerk und Evangelische Hochschule Nürnberg unterzeichnen Semester­ticket-Kooperationsvereinbarung

Nachdem die Studierenden der Evangelischen Hochschule Nürnberg (EVHN) bereits im Juni (01.-07.06.2015) im Rahmen einer Online-Urabstimmung mit deutlicher Mehrheit für eine Teilnahme am Semesterticket votiert hatten (70,44 % Ja-Stimmen bei einer Beteiligung von 56,33 %), haben die Evangelische Hochschule und das Studentenwerk Erlangen-Nürnberg heute die Kooperationsvereinbarung zur Beteiligung der EVHN am Semesterticket unterzeichnet. Damit kommen auch die Studierenden der EVHN bereits ab der Einführung zum Wintersemester 2015/16 in den Genuss des neuen Semestertickets für die Hochschulregion Nürnberg-Fürth-Erlangen.



14. April 2015: Studentenwerk und VGN unterzeichnen Vertrag

Das Studentenwerk Erlangen-Nürnberg und die Verkehrsverbund Großraum Nürnberg GmbH einigen sich auf ein einjährige Pilotphase und einen Rahmenvertrag für eine mögliche Fortsetzung.

Seit 14. April 2015 ist Realität, was nach mehr als zwei Jahrzehnten zähen Ringens um ein Semesterticket für die hiesige Hochschulregion viele kaum noch für möglich gehalten haben: Die Geschäftsführung der VGN GmbH und Studentenwerks-Geschäftsführer Otto de Ponte haben ihre Unterschriften unter einen Semesterticket-Vertrag gesetzt. Genauer gesagt sogar unter zwei Verträge: einen Einjahresvertrag, der mit konkreten Ticketpreisen die Modalitäten für das Wintersemester 2015/16 und das Sommersemester 2016 regelt sowie einen Rahmenvertrag in dem festgelegt ist, wie es über die Pilotphase hinaus ab dem Winter 2016/17 weitergehen könnte; sollte das Semesterticket erfolgreich sein und weiterhin bestehen bleiben, dann sieht der Rahmenvertrag vor, dass Studentenwerk und VGN in Zukunft neue Semesterticketverträge für jeweils ein Jahr abschließen können, sobald seitens VGN für die betreffenden Semester die Preise für Basis- und Zusatzticket feststehen.

Der Weg bis zum Vertragsschluss war kein leichter, wie Studentenwerks-Geschäftsführer de Ponte betont: „Es gab erheblichen Abstimmungsbedarf, zumal natürlich nicht nur die Interessen der Studierenden und des Studentenwerks sondern auch die der beteiligten Hochschulen gewahrt werden mussten. Dabei sind wir beim VGN nicht immer von vornherein auf das größte Verständnis gestoßen.“

Zugleich verweist er auf die Vorteile der gewählten Doppelstruktur mit Rahmen- und Einjahresvertrag: „So besteht die Chance, dass die Studierenden gegebenenfalls im Rahmen einer neuerlichen Urabstimmung die Attraktivität des Gesamtangebots angesichts steigender Preise noch einmal neu bewerten und über eine Fortführung des Semestertickets beschließen können.“

Die Vertragsunterzeichnung stellt einen bedeutenden Meilenstein auf dem Weg zur Einführung des Semestertickets dar, jedoch sind dafür in der nächsten Zeit noch weitere Schritte erforderlich. Bis das Ticket endgültig in trockenen Tüchern ist bedarf es u.a. noch der Zustimmung verschiedener Aufsichtsbehörden, darunter das Staatsministerium des Inneren, für Bau und Verkehr; die Kommunen, die die Startphase finanziell absichern, müssen mit dem VGN ebenfalls einen Vertrag schließen, der Verwaltungsrat des Studentenwerks muss die Beitragssatzung beschließen und das Studentenwerk muss mit den teilnehmenden Hochschulen die Modalitäten vertraglich fixieren. „Hier erwarten wir aber keine Überraschungen, zumal wir uns mit den Hochschulen laufend eng abstimmen“ zeigt sich de Ponte optimistisch.

Zum Start im Herbst steht die Teilnahme der Friedrich-Alexander-Universität und der Technischen Hochschule Nürnberg fest, deren Beteiligung laut Vertrag unabdingbare Voraussetzung für das Semesterticket ist. Darüber hinaus sieht der Vertrag mit der Evangelischen Hochschule, der Hochschule für Musik und der Akademie der Bildenden Künste für drei weitere Nürnberger Hochschulen eine Beitrittsmöglichkeit vor, sofern jeweils die Hochschulleitung und die Studierenden dies wünschen.

Hier finden Sie den Jahresvertrag (Anlagen) und den Rahmenvertrag online (als PDF-Dokumente).

Mit der Evangelischen Hochschule Nürnberg laufen derzeit Bemühungen, das Semesterticket so bald wie möglich, möglichst aber noch zum Wintersemester 2015/16, einzuführen.



26. Januar 2015: Erste Vertragsgespräche mit dem VGN
Bereits wenige Tage nach dem positiven Ausgang der Urabstimmungen fand am Monntag, 26. Januar 2015 ein erstes Gespräch mit dem VGN im Hinblick auf den noch zu schließenden Vertrag über das Semesterticket statt. Dabei wurde klar, dass im weiteren Verlauf der Vehandlungen durchaus noch die eine oder andere nicht geringe und teils unerwartete Hürde genommen werden muss.



22. Januar 2015: Die Würfel sind gefallen - das Semesterticket kann kommen!

Abstimmungsergebnis Semesterticket
Ein alter Traum kann jetzt wahr werden
Die Abstimmungen über die Einführung eines Semestertickets an der FAU und an der THN sind abgeschlossen. An beiden Hochschulen wurde das geforderte Quorum (mehr als ein Drittel der Abstimmungsberechtigten) deutlich übertroffen, und an beiden Hochschulen haben die Studierenden mehrheitlich für die Einführung eines Semestertickets gestimmt (FAU: 50,7% Ja-Stimmen, THN 58,2% Ja-Stimmen). Besonders an der FAU fiel das Ergebnis knapp aus, der Stimmenvorsprung betrug dort 350 Stimmen von 24.068 abgegebenen und 39.600 wahlberechtigten Stimmen. An der THN wurden 7.150 von 12.800 Stimmen abgegeben (Quorum FAU: 60,7%, THN 55,64%).

Das Studentenwerk freut sich nun mit dem Aktionsbündnis über die erfolgreich durchgeführte Abstimmung. Das Ergebnis ist zwar klar, wir hätten uns aber sicherlich ein noch deutlicheres Abstimmungsergebnis ge-wünscht.

Schon am kommenden Montag wird das Studentenwerk in die Vertragsverhandlungen mit dem VGN eintreten. Auch mit den Hochschulen ist das weitere Verfahren zu vereinbaren, der Verwaltungsrat muss einen Beschluss über eine Satzungsänderung fassen, und schließlich muss das Bayer. Staatsmin. des Inneren noch zustimmen.

Im kommenden Wintersemester, also ab 1. Oktober 2015, soll das Semesterticket gelten. Wer dann nicht nur das Basisticket benötigt, sondern auch noch das Zusatzticket, der muss dieses vorher selber zukaufen.

Es wird nicht die letzte Abstimmung zum Semesterticket gewesen sein. Spannend wird es noch wenn die Zukaufquote für das Zusatzticket feststeht. Wenn die vom VGN geforderte Quote (38%) nicht erreicht wird, wird das Semesterticket ab WS 2016 womöglich noch einmal sehr viel teurer, als es dann ohnehin schon teurer wird.



07. Januar 2015: Es ist soweit: Nach mehr als 20-jährigem Ringen haben die Studierenden der Hochschulregion Erlangen-Nürnberg nun erstmals die konkrete Chance, durch ihr Votum dafür zu sorgen, dass der VGN ein "echtes" Semesterticket einführt.

Die Urabstimmung unter den Studierenden der FAU und der TH Nürnberg wird im Zeitraum vom 12. bis 21. Januar 2015 in Form einer Online-Abstimmung durchgeführt; alle Stimmberechtigten werden von ihrer Hochschule per E-Mail informiert. Die Abstimmung gilt als erfolgreich (sprich: Votum für ein Semesterticket) wenn an jeder der beiden Hochschulen mindestens ein Drittel der Studierenden teilnimmt (Beteiligungsquorum) und an beiden Hochschulen jeweils mehr als 50 % der Abstimmungsteilnehmer/innen für das Semesterticket stimmen. Weitere Informationen zur Abstimmung unter www.semesterticket.org. Sofern die Urabstimmung an FAU und THN erfolgreich ist, werden auch die Studierenden der drei anderen Nürnberger Hochschulen Gelegenheit erhalten, sich, falls gewünscht, am Semesterticket zu beteiligen; darüber hinaus ist auch eine Erweiterung in den Bereich West-Mittelfranken denkbar.

Der Geschäftsführer des Studentenwerks Erlangen-Nürnberg, Otto de Ponte, nimmt zu den anstehenden Urabstimmungen wie folgt Stellung:

"Liebe Studierende, bevor ich zu unserem großen Thema zu Jahresbeginn 2015 komme, erlaube ich mir eine Vorbemerkung, um Missverständnisse zu vermeiden: Es geht um ein Semesterticket für die Hochschulregion Nürnberg-Fürth-Erlangen und die anstehenden Urabstimmungen betreffen zunächst nur die Studierenden von FAU und TH Nürnberg. Sollte die Abstimmung an diesen beiden Hochschulen mit ihren 53.000 Studierenden erfolgreich sein, dann werden natürlich auch die drei anderen Nürnberger Hochschulen die Gelegenheit erhalten, auf den Semesterticket-Zug aufzuspringen. Auch die Möglichkeit einer späteren Erweiterung in Richtung West-Mittelfranken ist vorstellbar. Soviel zur Klarstellung vorab.

Seit vielen Jahren bemühen wir uns gemeinsam mit dem Aktionsbündnis und den Hochschulen um ein attraktives Semesterticket in unserer Region. Die Entwicklung des Projekts bis heute, die Hintergründe, und die Angebote des Tarifverbunds VGN können Sie im Wortlaut hier auf unserer Projektseite zum Semesterticket selber nachlesen. Das Studentenwerk wäre Vertragspartner des VGN, so denn ein Semesterticket zustande kommen soll, und der VGN muss dann nicht mehr jeden einzelnen Fahrschein am Automaten verkaufen, sondern er erhält den Solidarbeitrag von ungefähr 50.000 Studierenden vom Studentenwerk bequem in einer Summe überwiesen.

Der VGN hat uns das überfällige Angebot nach langem Vorlauf am letzten Tag vor dem Wintersemester vorgelegt. Die Beteiligten haben dann nachverhandelt, die beiden Oberbürgermeister Dr. Maly und Dr. Janik saßen mit am Tisch. Das Ergebnis ist bekannt, und das Studentenwerk unterstützt nun auch die Abstimmung, für die sich beide Studierendenvertretungen an der THN und an der FAU ausgesprochen haben.

Ich bin gebeten worden zu der besonderen Struktur des jetzt vorliegenden Angebots als Stufenmodell Stellung zu nehmen. Wir haben uns zuvor gemeinsam mit dem Aktionsbündnis, den Städten und Hochschulen und natürlich dem VGN auf ein solches Stufenmodell mit einem verpflichtenden Sockelbeitrag und einem freiwillig zukaufbaren Zusatzticket nach Münchner Vorbild geeinigt. Der Grund ist ganz einfach: es ist die einzige Möglichkeit, überhaupt zu einem Semesterticket zu kommen.

Vom Ausgang früherer Verhandlungen wissen wir, dass ein reines Solidarmodell – wir haben am Rande erfahren dass ein solches bei uns inzwischen ca. 180 Euro kosten würde – aus rechtlichen Gründen nicht neu eingeführt werden kann, weil ein verpflichtender Beitrag in solcher Höhe angreifbar und viel zu teuer wäre. Das Klagerisiko, das nie ganz ausgeschlossen werden kann, wäre in solcher Höhe nach verbreiteter Auffassung keinesfalls vertretbar. Unser Sockelbeitrag von 65 Euro, monatlich also knapp 11 Euro, ist nach unserer Rechtsauffassung gerade noch vertretbar – selbst für einen Studierenden, der die Gegenleistung überhaupt nicht nutzt, z.B. weil er gleich neben der Uni wohnt, oder zur Fortbewegung ausschließlich das Fahrrad verwendet. Mangels Alternative haben wir uns bei dieser Einschätzung an die vorliegende höchstrichterliche Rechtsprechung gehalten, wonach ein solcher Betrag, hochgerechnet auf heutige Lebensumstände der Studierenden, als Solidarbeitrag für ein Semesterticket, jedenfalls in dem damals verhandelten Fall, als noch zumutbar bewertet wurde.

Der VGN hat uns also gefragt, bis zu welchem Betrag wir maximal mitgehen, und das war nach sorgfältiger Abwägung unsere Antwort. Und wie Sie leicht erkennen können, ist es von 65 Euro bis 180 Euro noch so weit hin, dass zur Einführung eines reinen Solidarmodells kein Weg führt. Da steht natürlich auch die hier vorliegende besondere Geographie unserer Hochschulregion vor; die Bamberger, Würzburger und so weiter haben es da einfacher als wir, weil Sie keinen Doppelstandort haben. Als dann in München erfolgreich ein Stufenmodell eingeführt wurde haben wir gedacht, so was können wir auch, und das Ergebnis kennen Sie alle.

Ich möchte mich aber nicht davor drücken, das nun vorliegende Angebot zu bewerten. Klar hätten wir uns alle ein besseres Angebot gewünscht, billiger und auch mit mehr Nutzen für den Solidarbeitrag. Die Städte haben uns aber vorgerechnet, dass es sich um ein attraktives Angebot handelt. Attraktiv weil besser als der Status quo, und attraktiv weil billiger als für alle anderen sozialen Gruppen: Für 43 Euro monatlich rund um die Uhr, sieben Tage die Woche mobil im gesamten Verbundraum bis hinauf nach Oberfranken. Günstiger geht es aus Sicht des VGN nicht, und die drei Oberbürgermeister Dr. Maly, Dr. Janik, Dr. Jung und ihre Städte unterstützen diese Position des VGN nachdrücklich.

Entscheidend aber ist aus meiner Sicht – und das müssen Sie alle wissen – es gibt sonst keinen Einstieg in ein Semesterticket. Es würde Jahre, vielleicht Jahrzehnte dauern, bis sich wieder einmal eine Einstiegschance bietet. Denken Sie auch an die geplante Stadt-Umland-Bahn, auf die wir alle warten, und zu der ein Semesterticket die ideale Ergänzung darstellt, und denken Sie bitte auch ein klein wenig an den ökologischen Nutzen.

Meine Empfehlung daher ganz klar: Liebe Studierende der FAU und der TH Nürnberg, gehen Sie zur Wahl – was online wahrlich nicht schwer fallen dürfte –, und stimmen Sie für ein Semesterticket!

Im Dezember 2014

Otto de Ponte, Geschäftsführer des Studentenwerks Erlangen-Nürnberg"



05. Dezember 2014: Gestern traf im Lauf des Tages das aufgrund der Ergebnisse der abschließenden Beratungsrunde im Nürnberger Rathaus am 7. November (s.u.) aktualisierte Angebot des VGN ein. Wir prüfen es derzeit und stellen es gleichzeitig an dieser Stelle für alle Interessierten online zur Verfügung:

Aktualisiertes Semesterticket-Angebot des VGN (Dezember 2014)



21. November 2014: Gestern hat sich das Studentische Aktionsbündnis festgelegt: Die Urabstimmungen unter den Studierenden von FAU und TH werden bereits im Januar 2015 stattfinden. Das Studentenwerk unterstützt die Abstimmungen und wünscht viel Erfolg.

Heute, am 21. November 2014 erschien dazu ein ausführlicher Artikel auf der Hochschulseite Extra Campus der Nürnberger Nachrichten, der auch zum online Nachlesen auf nordbayern.de zu finden ist.



18. November 2014: Die Studierendenvertretungen von FAU und TH Nürnberg haben sich jüngst für die Durchführung von Urabstimmungen über die Einführung eines Semestertickets auf der Grundlage des zuletzt bestehenden Angebots (s.u.) ausgesprochen.

Auch aus Sicht des Studentenwerks wäre ein noch attraktiveres Angebot sicher wünschenswert gewesen, insbesondere mit Blick nicht nur auf jene, die bereits hier studieren, sondern auch die, die ein Studium in Erlangen oder Nürnberg in Erwägung ziehen. Es wurde bis zuletzt hart verhandelt, aber mehr war am Ende nicht zu erreichen – und ein paar Dinge wurden immerhin gegenüber dem ursprünglichen Angebot noch verbessert. Das Studentenwerk steht weiterhin an der Seite der Studierenden, und wenn von deren Seite nun eine Abstimmung über dieses Angebot gewünscht wird, so unterstützt das Studentenwerk dies ganz klar. In diesem Sinne wünschen wir den beiden Abstimmungen viel Erfolg und sichern unsere Unterstützung zu.

Allerdings erreichte uns gestern die unerwartete Nachricht, dass das Studentische Aktionsbündnis sich für einen späteren, noch näher zu bestimmenden Abstimmungstermin ausgesprochen hat, vermutlich erst im nächsten Sommersemester. Hierbei besteht jedoch die nicht unbeträchtliche Gefahr, dass wegen absehbarer, notwendiger Vorlaufzeiten massive Zeitprobleme entstehen könnten.



10. November 2014: Nachdem der VGN zu Semesterbeginn ein Angebot für ein Semesterticket abgegeben hat (s.o.), das auf geteiltes Echo stieß, folgten in den vergangenen Wochen Nachverhandlungen unter Beteiligung der drei Städte Nürnberg, Fürth und Erlangen, des VGN, des Studentischen Aktionsbündnisses, der Hochschulen (FAU und TH Nürnberg) sowie des Studentenwerks. Dabei stellte sich das Studentenwerk voll auf die Seite der Studierenden und unterstützte stets deren Forderungen. Zuletzt traf man sich am vergangenen Freitag (07.11.2014) im Nürnberger Rathaus in hochkarätiger Besetzung, u.a. waren die Oberbürgermeister Dr. Maly und Dr. Janik persönlich anwesend.

Dabei kristallisierte sich ein wohl endgültiger Stand des Semesterticket-Angebots mit folgenden Eckdaten heraus:

Derzeit (Stand Montag, 10. November 2014) beraten die Studierenden des Aktionsbündnisses, wie es weitergehen soll und halten insbesondere Rücksprache mit den Gremien der Studierendenvertretungen von FAU und TH Nürnberg.



Anfang Oktober 2014: Der regionale Verkehrsverbund VGN hat dem Studentenwerk für die Region Erlangen-Nürnberg-Fürth nach langer Wartezeit am letzten Tag vor dem Wintersemester ein Angebot für ein Semesterticket vorgelegt. Das Angebot besteht erwartungsgemäß aus einem Basisticket mit einem für alle Studierenden verpflichtenden Sockelpreis und aus einem Angebot für einen Zusatzfahrschein ohne Kaufverpflichtung. Für alle Interessierten stellen wir das Angebotsschreiben hier als PDF-Dokument zur Verfügung, damit Sie sich selbst aus erster Hand informieren und eine Meinung dazu bilden können:

Semesterticket-Angebot des VGN (Oktober 2014)



Stand Sommer 2014 und Perspektive

Einen bedeutenden Impuls haben die Bemühungen um ein Semesterticket durch die Initiative des Nürnberger Oberbürgermeisters Dr. Ulrich Maly erhalten, der sich ebenfalls für ein Semesterticket einsetzt und gemeinsam mit den andereren betroffenen Gebietskörperschaften in der Region eine finanzielle Absicherung ähnlich wie in München organisieren möchte.

Am 14. Januar 2014 fand im Nürnberger Rathaus eine Besprechung statt, bei der vereinbart wurde, dass der VGN nach Abschluss der Auswertung seiner Fahrgastbefragung ein Angebot für ein Semesterticket ähnlich dem Münchner Modell, also ein Stufenmodell mit verpflichtendem Basis- und optionalem Aufpreisticket, errechnen wird. Dieses könnte im Lauf des Sommersemesters 2014 vorliegen.

Sollte das Angebot für die Studierenden attraktiv und für das Studentenwerk rechtlich tragfähig sein, dann könnte, einen ausreichenden Vorlauf vorausgesetzt, eventuell im Wintersemester 2014/15 eine Urabstimmung unter den Studierenden stattfinden.

Zeitgleich würden die Bemühungen um eine finanzielle Absicherung durch die Kommunen intensiviert.

Sollten die Abstimmungen eine hinreichend klare Zustimmung ergeben, dann hätten alle Beteiligten (Studentenwerk, VGN, Kommunen) noch ein paar "Hausaufgaben" formalrechtlicher Art zu erledigen, ehe VGN und Studentenwerk einen Vertrag über ein Semesterticket abschließen könnten.



Hintergrund und Entwicklung bis zum Frühjahr 2014

Das Studentenwerk fordert nachdrücklich ein attraktives Semesterticket für die Hochschulregion Erlangen-Nürnberg. Die gegenwärtige Situation ist völlig unbefriedigend, ein attraktives Semesterticket offenkundig überfällig. Viele Studierende benötigen dringend ein kostengünstiges, "echtes" Semesterticket und auch die Hochschulregion Erlangen-Nürnberg-Fürth kann die Vorteile der im 20-km-Radius nahe zusammengelegenen Hochschulstandorte wegen des offenkundigen Mobilitätshemmnisses nicht ausreizen. Entsprechend fordern auch die Hochschulen verstärkt ein attraktives Semesterticket, so z.B. der Präsident der Technischen Hochschule Nürnberg Prof. Dr. Michael Braun beim dies academicus der TH Nürnberg am 11. November 2013. Ebenso befördert das fehlende Semesterticket die ohnehin kritische Wohnungssituation durch verstärkte Nachfrage in Hochschulnähe und lässt damit auch die Mieten weiter steigen. Schließlich bremst es durch verstärkten Individualverkehr auch die Energiewende, zumal sich Studierende als PKW oft nur „alte Gurken“ mit hohem C02- und Schadstoffausstoß leisten können.

Rechtlicher Rahmen

Eine wichtige Rolle spielt auch für Erlangen/Nürnberg die besondere Rechtslage in Bayern: durch das Fehlen einer verfassten Studierendschaft können in Bayern die Studierendenvertretungen – anders als in anderen Bundesländern – nicht selbst einen Vertrag mit dem Nahverkehrsanbieter abschließen. Hier sind stattdessen die Studentenwerke Vertragspartner und auch für den Einzug der Beiträge zuständig. Dabei sind den Studentenwerken aber im Hinblick auf die Höhe von Pflichtbeiträgen für die Studierenden enge rechtliche Grenzen gesetzt, wenn zugleich das Klagerisiko gering gehalten werden soll. Aufgrund der bisherigen Rechtsprechung kann davon ausgegangen werden, dass für einen Pflichtbeitrag, der von allen Studierenden erhoben wird, ein Betrag in der Größenordnung bis etwa 60 oder 65 € als klageresistent angesehen werden kann.

Bedarf und Ausgangslage

Aufgrund verschiedener Faktoren ist der Bedarf gerade in der Region Erlangen-Nürnberg virulent:

Seit mindestens 20 Jahren gibt es immer wieder Initiativen zur Einführung eines Semestertickets. Gescheitert sind sie stets daran, dass die Angebote des Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) aufgrund der Höhe des vorgesehenen Pflichtbeitrags mit einem viel zu hohen Haftungsrisiko verbunden und folglich für für das Studentenwerk unannehmbar waren.

Semestermarke des VGN

Der VGN bietet derzeit als Quasi-Semesterticket sogenannte "Semestermarken" an. Eine solche Marke kostet für den Raum N-FÜ-ER aktuell 260,80 €, ist dabei aber nur 4 Monate gültig, also nur während der Vorlesungszeit. Müssen Studierende außerhalb dieser Zeit fahren, etwa für Prüfungen, Praktika, Bibliotheksbesuch etc., dann zahlen sie extra. In Medienberichten war vom teuersten Semesterticket Deutschlands die Rede.

Jüngste Entwicklung

Seit etwa zwei Jahren bemüht sich eine neue Initiative um die Einführung eines Semestertickets, die als Facebook-Gruppe begann, mittlerweile aber eng mit den Studierendenvertretungen vernetzt ist.

Der VGN unterbreitete bislang kein konkretes Angebot für ein Semesterticket und verweist darauf, dass seine aktuelle Fahrgastbefragung (durchgeführt 2012) noch nicht vollständig ausgewertet ist. Erst danach sei es überhaupt denkbar, ein Angebot zu erstellen. Mit dem Vorliegen der Ergebnisse der Fahrgastbefragung ist wohl Mitte 2014 zu rechnen. Da jedoch fraglich erscheint, ob die VGN-Fahrgastbefragung allein tatsächlich den Bedarf im Hinblick auf ein Semesterticket zu erfassen vermag, wurde als zusätzliche Argumentationsgrundlage für Verhandlungen mit dem VGN eine Mobilitätsstudie ins Leben gerufen. Diese wurde seit Beginn des Jahres 2013 unter der Leitung von Dr. Tim Elrick vom Institut für Geographie der FAU durchgeführt und bezog die Studiereden der FAU, der Technischen Hochschule Nürnberg sowie der Evangelischen Hochschule Nürnberg ein. Die Ergebnisse der Studie liegen inzwischen weitgehend vor.

Wegweisend: Das "Münchner Modell"

Die jüngste Entwicklung in München zeigt auch für die Region Erlangen/Nürnberg eine echte Perspektive in Sachen Semesterticket auf. Die dortige Lösung ruht auf drei Säulen:

Für München bedeutet das konkret:

Der Münchner Stadtrat beschloss eine kommunale (Quasi-)Bürgschaft in Höhe von maximal 12 Millionen Euro (6 Millionen pro Jahr) für eventuelle Einnahmeausfälle des MVV durch das Semesterticket. Diese gilt für die Dauer von zwei Jahren, innerhalb derer sich das Semesterticket soweit entwickeln - sprich: schließlich so gut verkaufen - soll, dass es sich selbst trägt. Damit dem MVV keine Ausfälle entstehen, müssen zumindest mehr als 62 % der Münchener Studierenden das Zusatzticket erwerben. Nach Ablauf der zweijährigen Testphase werden alle Beteiligten die Situation neu bewerten.

Das Stufenmodell besteht aus einem Sockel-Ticket zum Preis von 59 Euro, das alle Studierenden kaufen/bezahlen (müssen); über diesen Solidarbeitrag hinaus kann zum Preis von 141 Euro auf freiwilliger Basis ein Zusatzticket erworben werden. Beide Tickets gelten jeweils für ein ganzes Semester, also 6 Monate. Das Basisticket hat eine Ausschlusszeit, nämlich werktags von 6 Uhr morgens bis 18 Uhr abends. Außerhalb dieser Ausschlusszeit (also auch am Wochenende sowie an Feiertagen) kann man mit dem Basisticket im gesamten MVV-Bereich fahren. Das Basisticket ist somit in erster Linie ein Freizeitticket. Mit dem Zusatzticket entfällt die Ausschlusszeit und man kann auch werktags ganztägig fahren – erst dadurch wird das Ticket also zum echten Semesterticket, das auch für die Fahrt zur Hochschule genutzt werden kann. Die Höhe des Pflichtbeitrags von 59 Euro gilt nach vorherrschender Rechtsauffassung als unbedenklich, das Klagerisiko ist für das Studentenwerk insofern also soweit wie möglich reduziert.

Voraussetzung für das Zustandekommen eines Vertrags zwischen dem Studentenwerk München und dem MVV über ein Semesterticket war schließlich, dass sich an den drei größten Hochschulen in München, der LMU, der TU und der Hochschule München, im Rahmen einer Urabstimmung jeweils eine absolute Mehrheit der Abstimmungsteilnehmer für das Semesterticket ausspricht. Im Jahr 2009 war in einer ähnlichen Situation ein Anlauf zu einem Semesterticket (allerdings mit einem höheren Sockelbetrag) noch am Votum der LMU-Studierenden gescheitert. Ende 2012 wurde dann aber auch diese Hürde genommen (weiterhin war bei der Abstimmung, wiederum pro Hochschule, eine Mindestbeteiligung vorgegeben gewesen, die erreicht wurde).

Die Abstimmungsergebnisse:

Die übrigen (kleineren) Münchner Hochschulen erhielten die Möglichkeit, sich, sofern gewünscht, für ihre Studierenden nachträglich auch am Semesterticket zu beteiligen.

Das Münchner Modell kann in allen wesentlichen Punkten als wegweisend für ein Semesterticket in der Hochschulregion Erlangen/Nürnberg betrachtet werden, die nun als letzte in Bayern noch kein Semesterticket hat. Sehr optimistisch vermag dabei insbesondere die Tatsache zu stimmen, dass der Verkauf des Zusatztickets in München bislang die Erwartungen übertroffen hat: im Wintersemester 2013/14 haben mehr als 70 % der Münchner Studierenden das Aufpreis-Ticket gekauft.